Holzpferde aus Weyhe bundesweit im Regionalfernsehen im Mai 2016

Medienberichte bei NDR 2, Bild.de sowie in weiteren bundesweiten Tageszeitungen November/Dezember 2015
Vom "Kleinen Donner" bis zum Einhorn
Thomas Kreutzmann hält in Weyhe in seinem Verkaufsraum einen von ihm gefertigten Holzschnitt eines Pferdekopfes in der Hand. In Sachen Holzpferde ist der der 49-jährige gelernte Holzkaufmann Thomas Kreutzmann Experte. Und derzeit hat er alle Hände voll zu tun, denn Weihnachten ist Hochsaison der Pferdchen.
Weyhe - Pferde haben nicht nur auf Kinder eine magische Anziehungskraft. Auf ihnen zu reiten, ist für viele das größte Glück auf Erden. Auf individuell gefertigten Holzpferden ist das schon für die Kleinsten gefahrlos möglich. Ein großes Holzpferd im Garten ist das einzige, was auf eine besondere Werkstatt hinweist. In einer früheren Garage neben dem Wohnhaus im niedersächsischen Weyhe in der Nähe von Bremen entstehen individuelle Holzpferde mit beweglichem Kopf, Mähne und Schweif aus verschiedenen Hölzern und in unterschiedlichen Größen. Thomas Kreutzmann sägt, schraubt und lackiert die Vierbeiner. Vor zweieinhalb Jahren hat sich der gelernte Holzkaufmann selbstständig gemacht. Er arbeitet allein. „Dann weiß ich immer, wo alles liegt“, sagt der 49-Jährige. Vor Weihnachten ist sein Auftragsbuch gut gefüllt. „Da kommt immer ein kleiner Schub, 20 Pferde müssen noch rechtzeitig fertig werden.“ Das erste Mal baut Kreutzmann ein Einhorn. „Es wird natürlich ein weißes Pferd und ist für eine Fünfjährige.“ Auch „Kleiner Onkel“ von Pippi Langstrumpf und Yakaris „Kleiner Donner“ hat Kreutzmann schon aus Holz entstehen lassen. Seine Pferde sind nicht nur fürs Kinderzimmer geeignet. „Sie können auch raus in den Garten und dort als Spielgerät dienen.“Inzwischen gibt es im Wohnhaus auch einen Ausstellungsraum. Hier stehen nicht nur die Pferde, sondern an den Wänden hängt alles, was den kleinen Reiter begeistert: Mit Pferdedecken und Zaumzeug in allen Farben, Sättel, Jongliergurte und Original-Putzzeug bleibt kein Wunsch offen. „Die Kinder fangen sofort an mit den Pferden zu tüdeln, die Mähne zu bürsten, Sattel und Decke aufzulegen“, erzählt Kreutzmann über die Begeisterung der Kinder, wenn sie mit ihren Eltern vorbeikommen. „Manchmal ist es Liebe auf den ersten Blick und das Pferd wird gleich aus der Ausstellung gekauft.“
Doch es sind nicht nur Kinder, die sich für Holzpferde begeistern. Es gibt Kunden, die schicken ein Foto von ihren Pferd und sie möchten, dass ich es nachempfinde, in der Farbe, mit den Zeichnungen im Fell, berichtet Kreutzmann.
Seine Holzpferde sind längst nicht nur in Deutschland zu finden. Auch nach Österreich, Großbritannien und in die Schweiz hat er schon geliefert. Ein Kinderarzt habe ein Pferd für ein Hilfsprojekt in Ecuador gespendet, sagt der 49-Jährige. Mehr als 300 Holzpferde hat Kreutzmann bereits gebaut. Dabei wollte er erst etwas ganz anderes aus Holz basteln. Aber es ist alles Handarbeit, versichert der Holzbauer. „Ich baue immer, als wenn es für mich wäre.“ ´

Thomas Kreutzmanns hölzerne Herde: Vor Weihnachten hatte der Leester noch mehr Pferde bei sich, aber die sind zuletzt recht zahlreich zu seinen Kunden „ausgeritten“ – auch ganz bis in die Schweiz. (Udo Meissner)
Thomas Kreutzmanns hölzerne Herde: Vor Weihnachten hatte der Leester noch mehr Pferde bei sich, aber die sind zuletzt recht zahlreich zu seinen Kunden „ausgeritten“ – auch ganz bis in die Schweiz. (Udo Meissner)

Auf Wunsch wird die Matte zur Mähne

Sebastian Kelm 10.01.2015 0 Kommentare
Kleiner Donner oder kleiner Onkel – schon so manche bekannte vierbeinige Vorlage hat Thomas Kreutzmann als Holzpferd umgesetzt. Alles auf Kundenwunsch, versteht sich. Dabei wollte er eigentlich etwas ganz anderes bauen. Doch von seiner Ursprungsidee ist nur das Material geblieben.
„Bis zu 130 Kilogramm hält der aus“, sagt Thomas Kreutzmann voller Zuversicht und geht zwecks umgehender Demonstration in die Knie. Ein beherzter Satz – und flugs hat sich der 48-Jährige auf den Rücken des Pferdes geschwungen. Das bewegt sich in der Tat nicht einen einzigen Zentimeter, kein Schütteln, kein Wiehern. Wie sollte es aber auch: Es ist schließlich aus Holz.

Knapp zwei Jahre ist es her, dass sich der Leester mit dem Bau und Verkauf von Holzpferden selbstständig gemacht hat. Dabei hatte er zunächst etwas ganz anderes im Sinn: Saunen. Die hatte er zuvor schon beruflich errichtet. Auch an befeuerbare Badefässer dachte der gelernte Holzkaufmann als neues Betätigungsfeld. Bis eine Bekannte zu ihm meinte, Holzpferde würden irgendwie zu ihm passen, und er diese Anregung gleich aufgriff.

180 individuelle Exemplare hat er seither angefertigt – aus Nordischer Fichte, wie sie auch für Saunen verwendet wird. Sogar ein Esel wurde bereits bei ihm bestellt. „Ich mache, was die Leute haben wollen. Länger, höher, jede Farbe ist möglich“, sagt er. Und die Wünsche können recht ungewöhnlich sein, wie er berichtet: „Einmal kam jemand zu mir, der den Stoff einer Badezimmermatte als Schweif und Mähne haben wollte.“ Häufiger komme es wiederum vor, dass seine Kunden ein bekanntes Pferd nachgebaut haben möchten. Kleiner Onkel von Pippi Langstrumpf sei schon dabei gewesen oder aber der kleine Donner, das Pony des Comic-Indianerjungen Yakari.

Auch an einem Schaukelpferd hat sich Thomas Kreutzmann schon versucht. „Das hatte ich mir aber einfacher vorgestellt“, erzählt er schmunzelnd. Da bleibe er doch lieber bei seinen Pferdchen mit beweglichem Kopf, die von der Körperform her Voltigierböcken nachempfunden sind. Und tatsächlich würden Kinder das kunstvolle Turnen auf Pferderücken an seinen „Züchtungen“ üben. Reitvereine gehören dementsprechend auch zu den Abnehmern, zu 90 Prozent sei seine Kundschaft aber privat. Und die würde eher selten voltigieren, sondern sehe in den Pferden Spielgerät, Deko oder einfach nur eine originelle Sitzgelegenheit. Letzteres übrigens sogar für draußen. Dafür sorgt entsprechender Anstrich und regenfestes Fell-Imitat. Kreutzmann: „Wind und Wetter machen den Tieren nichts aus.“ Der beste Beweis sei das große Pferd, das seinen Vorgarten ziert – seit eineinhalb Jahren, und das ohne sichtbare Witterungsspuren. Nicht das einzige Pferd übrigens, das bei ihm unverkäuflich ist: Vier „echte“ nennt er nämlich auch sein Eigen.

Die hölzernen Pferde entstehen in der laut Kreutzmann „kleinsten Werkstatt der Welt“, seiner Garage. Drei bis vier Stunden braucht er pro Stück. „Ich baue sie so, als wären sie für mich selbst“, sagt er. Und die Käufer bestätigen offenbar, dass sich diese Hingabe in der Qualität seiner Arbeit niederschlägt. „Ich hatte noch nie eine Reklamation“, vermeldet Kreutzmann stolz. Die Rückmeldungen, die er erhalten habe, seien auch durchweg positiv. „So ein Echo motiviert natürlich“, freut er sich.

Doch nicht nur Pferde baut er. Seine Verkaufsausstellung in Räumen direkt neben seinem Wohnhaus gleicht einem kleinen Reitsportgeschäft. Auch passende Tröge fertig er an, ebenso kleine Hindernisse für einen Parcours. Und dann bietet er noch alles an, was die Holzpferde an Montur benötigen: vom Mini-Halfter bis zum Sattel.

„Ich hätte aber noch so viele andere Ideen“, sagt Kreutzmann fast ein wenig bedauernd. Holzflugzeuge mit Rädern als Gefährt für Kinder zum Beispiel hat er auf seiner Liste. Gut 1000 Euro müsse man bei vielen Anbietern dafür hinlegen. Das, so der Leester, ginge sicher günstiger. Zur Einordnung: Ein etwa einen Meter hohes Pferd aus unbehandeltem Holz bekommt man bei ihm für 150 Euro.

So viel Kreutzmann auch noch vor hat und so erfolgreich sein Geschäft auch angelaufen ist: Expandieren kommt für ihn nicht wirklich infrage: „Klein zu sein, ist von der Logistik her super. Ich regele bis hin zum Versand alles selbst, da entsteht kein Wasserkopf.“ Wenn er jemanden einstellen würde, müsste er aufgrund der Personalnebenkosten vermutlich mehr als nur das Doppelte als bislang absetzen. Außerdem bräuchte er dann wohl größere Räume. Von zu Hause zu arbeiten, möchte er aber nicht mehr missen. „Davon hatte ich schon immer geträumt“, sagt er.

Weitere Informationen zu Thomas Kreutzmanns Handel mit Holzpferd-Unikaten finden Interessierte auf seiner Internetseite thommys-holzshop.mfirma.de.

 

 

 
 
Freude bei der Übergabe. Stellvertretend für alle Kinder nahmen Colin, Kilian und Charlotte die Pferde in Empfang
Freude bei der Übergabe. Stellvertretend für alle Kinder nahmen Colin, Kilian und Charlotte die Pferde in Empfang

 Große Freude: „Mama ich muss mein Pferd noch füttern“

Da staunten Colin (4), Kilian (4) und Charlotte (2) nicht schlecht, als sie die tierischen Neuzugänge stellvertretend für ihre Kita in Empfang nehmen durften. Natürlich mussten die vier bunten Holzpferde sofort ausprobiert werden.
Die Jungs schwangen sich auf die beiden großen und Charlotte ritt auf einem der kleinen Pferde, die der Förderverein der Kita, dank der Spende von der Firma Wöhlke EDV-Beratung GmbH, der Kindertagesstätte kurz vor den Weihnachtsferien gekauft hatte. Die zwei großen Pferde sind für den Kindergarten und die beiden kleineren für die Krippenkinder.

Diese wurden dort auch mit großer Begeisterung angenommen. Da die Pferde erst im Frühjahr in den Garten umziehen werden, können die Kleinen jetzt in der Halle reiten und sich um ihre neuen Gefährten kümmern. Gleich nach dem Ankommen morgens müssen Noah, Ronja und Rasmus erst einmal schauen, wie es ihren Pferden geht. Sie werden begrüßt und gestreichelt und dann geht es los. Die drei Zweijährigen klettern auf den Rücken der drei Holzpferde, greifen sich die Zügel und reiten sofort los.